Spanien

Warum ich gerade Spanien als Wahlheimat ausgesucht habe? Dafür gibt es ein paar einfache Gründe. Zum einen ist da natürlich das Wetter. Im oft grauen Deutschland habe ich mich lange Zeit wie eine Pflanze am falschen Standort gefühlt. Ich konnte einfach keine richtigen Wurzeln schlagen, geschweige denn wachsen. Hier, bei Sonne und Wärme, bin ich buchstäblich aufgeblüht. Ich liebe dieses Klima! Sogar im Winter scheint an den allermeisten Tagen die Sonne, und das Mittelmeer haben wir nun direkt vor der Haustür. Gut, es sind zehn Minuten zu Fuß, aber diese Entfernung ist vertretbar. Am Meer zu sitzen und am Laptop Bücher zu schreiben, das hat schon was.

Und dann ist da noch diese wunderbar ansteckende Leichtigkeit der Spanier. Sie lachen viel, drücken öfter mal ein Auge zu und genießen das Leben. Ich erinnere mich an eine Szene auf der Straße. Weil alle Parkplätze am Rand der Straße bereits belegt waren, wurden die Autos in zweiter Reihe geparkt. Und damit die Autos aus der ersten Reihe ohne Probleme wieder ausparken konnten, wurde bei den Autos aus der zweiten Reihe eben die Handbremse nicht angezogen. So konnten jene Fahrzeuge, wie Spielzeugautos, zum Ausparken einfach hin- und hergeschoben werden.
Und ein weiterer wichtiger Punkt: Die Spanier lieben Kinder. Kinder werden, egal wo, nicht als Störfaktor, sondern als Bereicherung, als Freude angesehen. Nicht ganz unwichtig, wenn man ständig mit zweien von ihnen unterwegs ist.

Bevor meine Familie und ich 2017 nach Spanien gezogen sind, kannte ich das Land bereits von einigen Reisen und von einem Erasmus-Auslandssemester, das ich an der Universität von Valencia verbracht hatte. Schon damals hat mir das Leben in Spanien unglaublich gut gefallen. Und auch wenn mein Leben hier heute weniger aus wilden Partys besteht (naja, manchmal schon noch), sondern mehr aus Burgen bauen und Löcher buddeln im Strandsand, genieße ich es sehr. Egal zu welcher Tageszeit, die Bars in den Straßen sind immer voll mit Menschen. Wein, Tapas, Musik… Und wir, die aus der Ferne, nie ausgeschlossen, sondern mittendrin.